

Rückblick PhilTalk 1/26

Seine eigene Karriere ist Beweis dafür, was Musikförderung möglich machen kann: Am PhilTalk 1/26 sprach der heutige Direktor der Musik-Akademie Basel und der Hochschule für Musik Basel FHNW, Professor Stephan Schmidt, über Musik und Musikförderung und sagte, dass er die eigene künstlerische Laufbahn und seine Studienjahre in Paris und New York ohne Stipendien nicht hätte realisieren können.
Im Dialog mit Gastgeber Peter Buss schilderte Schmidt eindrücklich, wie Auszeichnungen – etwa der 1. Preis am 30. Concours International de Guitare de Radio France 1988 in Paris – seinen Weg mitprägten. Einerseits ermöglichte ihm die mit dem Preis verbundene Anerkennung Einstiege in eine internationale Karriere als Konzertgitarrist. Andererseits waren damit aber auch klare künstlerische Erwartungen dieses «Marktes» an ihn verbunden. Wer durch Wettbewerbe bekannt werde, gerate auch gerne in das Gefängnis der Wettbewerbserwartung und könne bei damit in Zusammenhang stehenden Engagements oftmals nicht das spielen, was man selbst wolle, sondern was von den Veranstaltern erwartet wird.
Seit 1988 unterrichtete er – neben seiner Konzertlaufbahn – eine eigene Ausbildungsklasse am Berner Konservatorium für Musik & Theater, heute Hochschule der Künste Bern. 1997 veränderte ein Schicksalsschlag seine Musikerlaufbahn und führte ihn dazu, vermehrt auch Leitungsaufgaben zu übernehmen. Seit 2002 ist er als Direktor an der Musik-Akademie Basel und seit 2012 im Doppelmandat für die Hochschule für Musik Basel an der FHNW tätig. Dem Musikplatz Basel attestierte er ein ausserordentlich hohes Niveau. Möglich sei dies nur dank der vielfältigen Förderung. Wobei diese nicht allein mit Geld funktioniere. Förder:innen besitzen im Idealfall bzw. brauchen Fachwissen und Empathie, damit sie mit ihrem Engagement und ihrer Förderung auch Musik auf einem hohen Niveau bewirken. Der Einklang zwischen Förderwunsch und Wirkung/Resultat ist für ein erfolgreiches Miteinander zentral.
Schliesslich thematisierte der PhilTalk die Rolle staatlicher Förderung und privater philanthropischer Mittel. In der Diskussion, in die sich auch die Zuhörer:innen angeregt einbrachten, wurden die Grenzen staatlicher Förderung offensichtlich. Diese muss Rechenschaft ablegen und ist entsprechend zur Messung von Erfolg verpflichtet. Stiftungen sind dagegen frei, Risiken einzugehen. Förderung müsse Feuer entfachen – nicht Sparten verwalten. Die Grenzen der staatlichen Förderungen zeigen sich auch in der Wirkung: Wichtige Dinge seien sehr oft ausserhalb der staatlichen Kulturförderung entstanden. Für eine wirkungsvolle Musikförderung laute die zentrale Frage: Wo wollen wir in fünf bis zehn Jahren stehen? Hierzu gebe es noch zu wenig klare Vorstellungen, auch bei den staatlichen Institutionen nicht. Diskutiert wurde auch der Aufbau und Betrieb einer neuen Musikplattform zum Austausch von Ideen und Engagements.
Im Anschluss zeigte Stephan Schmidt mit drei ausgewählten Stücken die Breite seines Gitarrenspiels – ein emotionales Feuerwerk!
Text: Takashi Sugimoto